Schäferei am Osterberg

Unsere Schäferei liegt am Osterberg oberhalb der fruchtbaren Böden der Hildesheimer Börde. Hier geht das Harzvorland langsam in die Norddeutsche Tiefebene über. Die höher gelegenen, teilweise kargen Flächen rund um den Osterberg werden bereits seit Generationen durch Landwirtschaft und Schafhaltung geprägt.
Heute führen wir – die Familie Gnebner und Familie Bansemer – diese Tradition gemeinsam fort.
Schafhaltung am Osterberg seit 1915
Die Geschichte der Schäferei am Osterberg reicht bis in das Jahr 1915 zurück.
Damals waren große Teile der Höhen noch nicht bewaldet, sondern von Grasland geprägt. Die weniger ertragreichen Böden wurden mit Schafen beweidet und boten den landwirtschaftlichen Betrieben der Umgebung eine zusätzliche Erwerbsmöglichkeit.

1915 errichtete der Betrieb Wippern aus Emmerke am Hang des Osterbergs auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruchs einen Schafstall. Damit entstand eine Hofstelle direkt am Berg. Die Schafe konnten nun auch während der Wintermonate dort versorgt werden und mussten nicht täglich zurück ins Dorf getrieben werden.
Zerstörung und Wiederaufbau
Auch die Geschichte des Zweiten Weltkriegs hat am Osterberg Spuren hinterlassen.
Im Jahr 1945 wurde die Hofstelle in die Kämpfe um Hildesheim hineingezogen. Auf dem Gelände wurde eines der großen Feldgeschütze aufgestellt, die gegen die anrückenden amerikanischen Truppen eingesetzt wurden.
Im Zuge der Kampfhandlungen wurde die damalige Hofstelle vollständig zerstört. Fundamente und Trümmerreste sind bis heute auf dem Gelände erhalten und erinnern an diesen Teil der Geschichte.
Nach dem Krieg wurde der Hof wieder aufgebaut. Neben der Schafhaltung wurde der Betrieb in späteren Jahren zeitweise auch als Gärtnerei genutzt.
Die Schäferei heute
Seit 2019 wird die Tradition der Schafhaltung am Osterberg wieder aktiv fortgeführt.
Ein neues Kapitel begann 2025: Wir haben unsere schafhalterischen Aktivitäten zusammengeführt. Heute entwickeln wir den Betrieb gemeinsam als Schäferei am Osterberg GbR weiter.
Dabei bringen wir unterschiedliche Erfahrungen und zugleich zwei landwirtschaftlich geprägte Wege zusammen.
Till Gnebner ist Hofnachfolger der Schäferei Gnebner aus Burgstemmen. Mit ihm kommen die Erfahrung und die Tradition eines bestehenden Schäfereibetriebes in unsere gemeinsame Schäferei.
Cord Bansemer hat den Beruf des Landwirts erlernt. Sein beruflicher Weg führte ihn später in die IT-Branche und für viele Jahre ins Ausland. Die Verbindung zur Landwirtschaft blieb jedoch bestehen. Nach der Rückkehr in die Heimat entstand am Osterberg schließlich wieder eine eigene Schafhaltung.
Seit 2025 gehen wir diesen Weg gemeinsam.
Schafe, Landschaft und Landwirtschaft
Unsere Schafe sollen nicht nur landwirtschaftliche Nutztiere sein. Sie übernehmen gleichzeitig eine wichtige Aufgabe bei der Pflege und Offenhaltung unserer Kulturlandschaft.
Ein Schwerpunkt unseres Betriebes liegt deshalb neben der Schafhaltung und Zucht auf der Landschaftspflege durch Beweidung. Dazu gehören klassische Grünlandflächen ebenso wie Ausgleichs- und Photovoltaikflächen.
Wo die Beweidung allein nicht ausreicht, können wir sie durch maschinelle Nachpflege ergänzen. So verbinden wir traditionelle Schafhaltung mit den Anforderungen moderner Flächenbewirtschaftung.
Eine besondere Rolle spielt für uns das Nolana-Fleischschaf. Das selbstständig abhaarende Schaf verbindet robuste Eigenschaften mit guter Fleischleistung und eignet sich besonders für eine extensive und praxisgerechte Weidehaltung.
Zwei Traditionen – ein gemeinsamer Weg
Mit der Schäferei am Osterberg möchten wir Bewährtes erhalten und gleichzeitig neue Wege gehen.
Wir verbinden Schafhaltung, Zucht und Landschaftspflege und wollen unseren Betrieb in den kommenden Jahren Schritt für Schritt weiterentwickeln.
Dabei bleibt das erhalten, womit am Osterberg vor mehr als 100 Jahren alles begann:
Schafe auf der Weide. Seit 1915.


